Biathlon-WC Ruhpolding: Wie der Ski zu seinem Schliff kommt...
Wenn Tim Burke morgen in Gelb an den Start geht, ist das nicht nur dem Feinschliff der Trainer über die letzten Jahre hinweg zu verdanken, sondern auch einer ganz anderen Art Schliff, die man als Fan nur selten bis überhaupt nicht wahrnimmt. Dass ein Team aus Wachsern besteht, Physios, Doktoren, Trainern - all das ist bekannt. Doch bevor Wachser und Athlet einsatzbereit sind, steht da noch ein anderer: Der Skischleifer.
Im US-Team hat diesen Job seit 2005 Muck Bauer inne, der zuvor zehn Jahre lang für den DSV in den nordischen Disziplinen die Ski herrichtete. Mittlerweile hat er neben der Arbeit für Hobbyläufer oder vereinzelte Profis vor allem mit dem US-Team einen Exklusivvertrag, der dem Team von Team Leader Bernd Eisenbichler Top-Schliffe zusichert. Der Erfolg scheint allen Beteiligen Recht zu geben.
Drei große Maschinen der Firma Wintersteiger stehen in der Werkstatt von Bauer in Schleching, eine halbe Stunde vom derzeitigen Weltcuport Ruhpolding entfernt. Die intensivste Arbeitszeit für Bauer liegt jedoch schon hinter ihm: „Vor allem von Oktober bis Dezember fällt viel Arbeit an, dann müssen alle Ski für die Saison hergerichtet werden." Dabei arbeitet er eng mit Athleten und Technikern zusammen. „Es wird viel getestet, welche Ski schnell laufen, welche schlecht sind. Jede Saison muss man versuchen, einen Schritt nach vorn zu machen, um mit den anderen mithalten zu können."
Denn nicht nur das richtige Wachs ist entscheidend, auch der Schliff selbst trägt viel zur Schnelligkeit des Läufers bei. „Die Strukturen im Ski verhindern, dass der Ski zu viel von dem Wasserfilm aufsaugt, der sich beim Laufen unter der Druckfläche bildet und dadurch zu langsam wird. Je mehr Struktur ein Ski hat, desto weniger Wasser nimmt er auf." Je kälter es wird, desto feiner darf die Struktur sein. Die vielen Faktoren die bei dieser Arbeit berücksichtigt werden müssen, scheinen einem Laien unverständlich. Und doch, von Bedeutung sind sie allemal. „Bei vielen Weltcuporten müssen einfach andere Schliffe gelaufen werden. Ich kann nicht in Skandinavien den gleichen laufen wie in Italien. Die Schneestruktur ist überall anders. Besonders wichtig wird das in Vancouver zu Olympia, weswegen ich ganz glücklich bin, dass wir schon dreimal drüben waren, denn dann im Februar muss alles stimmen", erklärt Bauer.
Derzeit scheint es zu stimmen, sieht man sich die Erfolge von Tim Burke an. Wenn es nach Bauer geht, kann das gern so weitergehen...
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(Quelle: http://www.biathlon-online.de)



