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08/06/2007
Der Mercedes bei Sägenherstellern

Weitere Investitionen hat das weltweit tätige Unternehmen in Arnstadt bis zum Jahr 2009 geplant.


VON BERIT RICHTER
Vor einem Jahr bezog die Arnstädter Niederlassung der Wintersteiger AG ihren Neubau. Nicht erst seitdem geht es stetig bergauf.
ARNSTADT - An einem einzigen Tag werden 20 Kilometer Holzbandsägen produziert. Im Jahr verarbeitet das Unternehmen 800 Tonnen Stahl. An Sägeblättern für Dünnschnitt-Gattersägen stellt die Wintersteiger AG 4000 Stück pro Woche her. Das dünnste Exemplar hat ein Stammblatt von gerade einmal 0,4 Millimeter und eine Schnittfuge von 0,7 Millimetern, fast so dünn wie Papier. Zahlen, die sich auch bei der Konkurrenz sehen lassen können.

Doch auch andere Zahlen vernahmen Landrat Benno Kaufhold und Bürgermeister Hans-Christian Köllmer mit Genugtuung, als sie sich jüngst in dieser Firma im Industriegebiet Arnstadt Nord zu einem Betriebsbesuch angemeldet hatten. Aus einst 37 Mitarbeitern sind inzwischen 44 geworden. „Zum Jahresende wollen wir 50 sein", so Werkleiter Matthias Hengelhaupt. Vier Lehrlinge werden aktuell ausgebildet, zwei kommen ab Herbst hinzu.

Gearbeitet wird in drei Schichten. Rund 4,5 Millionen Euro hatte Wintersteiger in die 4800 Quadratmeter große Werkhalle investiert. Die Fläche erlaubt eine Erweiterung auf 7000 Quadratmeter. Zunächst will das Unternehmen, das seinen Hauptsitz im oberösterreichischen Rieth hat, bis 2009 weitere zwei- bis drei Millionen Euro in die Technik investieren.

Dies wird vor allem in den Bereich der Hartmetall-Gattersägen fließen, der gerade auf Grund der großen Nachfrage von Einzel- auf Serienfertigung umgestellt wird. „Wir wollen schließlich der Mercedes unter den Sägenherstellern bleiben", so Hengelhaupt.

Der Konzernvorstand Walter Aumayr verwies darauf, dass der Spezialmaschinenhersteller Weltmarktführer in der Dünnschnitt-Technologie ist. Überhaupt setze das Unternehmen auf Nischen. Seine zwei anderen Standbeine bieten die Gesamtlösungen für den Ski-Verleih und Technik für die Saatzuchtforschung.

Weltweit hat Wintersteiger 550 Mitarbeitern. Vor drei Jahren übernahm das oberösterreichische Unternehmen die seit 1996 in Arnstadt ansässige Sägenfabrik Banholzer GmbH.

2006 erzielte die Sägensparte mit 6,3 Millionen Euro einen Anteil von gut 20 Prozent des Konzernumsatzes. Ziel für 2007 sind acht Millionen Euro. Der Arnstädter Standort soll zum Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Produktion von Dünnschnittgatter- und Bandsägeblättern ausgebaut werden.

Bei allem Positiven Sorgen bereitet vor allem die angespannte Lage am Stahlmarkt mit Preissteigerungen und außerdem lange Zulieferzeiten von vier Monaten. So müssten 400 Tonnen Stahl auf Lager gehalten werden, es ist die Hälfte des Jahresbedarfs. Produziert werden übrigens Sägen für Tischlerein, Lebensmittel, Parkettböden, Möbel, Musikinstrument oder Bleistift, nicht nur als feste sondern auch als transportable Varianten.


 
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